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 Reiseführer Ikaria

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Fläche: 255 km2, Einwohner: 8.885, 174 sm von Piräus
Im Altertum hieß die Insel zunächst Doliche = "die Lange", bis sie in der Mythologie mit Ikarus in Verbindung gebracht wurde: der Sohn des Dädalos kam bei seinem Flug mit den aus Wachs gefertigten Flügeln der Sonne zu nahe und stürzte in der Nähe dieser Insel ins Meer, das ebenfalls nach ihm das Ikarische heißt. Überraschend sind die landschaftlichen Gegensätze auf Ikaria oder "Nikaria", wie die Einheimischen sie nennen: im Süden schroff ins Meer fallende kahle Granitfelsen, im Inneren friedliche Stille und im Norden wunderschöner Strand. Hafen und Hauptort der Insel ist Agios Kirikos, wo besonders die zweistöckigen Kapitänshäuser mit den blühenden Balkonkästen auffallen. Von hier aus kann man in westlicher Richtung am Meer entlang nach Therma Lefkadas fahren, wo am Strand heiß heilkräftige Quellen entspringen, weiter zum kleinen windgeschützten Fischerhafen Sirtiko und von da nach Xilosirtis: mit Steinplatten gedeckte Häuschen inmitten von Aprikosenhainen und unten der Strand, bedeckt mit blendendweißen rundgeschliffenen Kieseln. Am Ende der Straße eine Idylle im Grünen - das hübsche Dorf Hrissostomos. Östlich von Agios Kirikos, nur 1 km entfernt, liegt der Kurort Therma, dessen heiße schwefel - und radiumhaltige Quellen schon im Altertum wegen ihrer Heilkraft berühmt waren. Die Hauptstraße nach Norden biegt nach einiger Zeit nach Westen ab und führt an der Nordküste entlang, vorbei an einer Reihe von Dörfern die wie an einer Kette aufgereiht aus dem Grün des Berghangs hervorscheinen; besonders schön ist Karavostamo, ein einziger grüner Garten mit weißen Häuschen darin, die bis hinunter ans Meer reichen. Auf einer bergan steigenden Straße kommt man zu der kleinen Allerheiligen-Kapelle Agion Panton aus dem 17. Jh. mit einer äusserst kunstvoll gestalteten byzantinischen Chorwand. Am Ende der asphaltierten Straße erwartet der hübsche kleine Hafen Evdilos den Fremden mit gastlichen Tavernen und frischem Fisch, und herrlichem Badestrand in der Nähe. Der Rest der Straße bis ans Ende der Insel ist noch nicht asphaltiert. Das nächste Dorf, Kambos, ist 2,5 km von hier entfernt. Hier befand sich die antike Stadt Oinoe, deren Wein (griech. oinos) offenbar so vorzüglich war, daß selbst der Weingott ihn bevorzugte - so hieß die Stadt zeitweilig auch Dionysias. Einige antike Baureste sind noch zu sehen, andere Funde im Museum von Kambos untergebracht. Auf der Weiterfahrt, immer in Richtung Westen, kommt man an schönen Dörfern vorbei nach Armenistis mit seinen dichten Kiefernwäldern, den Bächen und Quellen und unvergleichlich schönen Sandstränden. Ein Ausflug von hier ins waldreiche, "Rahes" genannte Inselinnere führt uns schließlich ins Dorf Hristos tis Rahis; auf dem Dorfplatz steht man wie auf einem riesigen steinernen Balkon und hat einen atemberaubenden Blick über die ganze Insel und hinaus aufs Meer von Armenistis geht es weiter nach Nas, einem reizenden kleinen Ankerplatz, wo sich im Altertum eins der, bedeutendsten Artemisheiligtümer befand. Die Mole des antiken Hafens ist noch zu sehen. Eine Abzweigung von Evdilos nach Süden führt zu den schönen Dörfern von Messaria, darunter Kossikia, von dem aus die byzantinische Festung Nikaria aus dem 10. Jh. zu erwandern ist. Nur mit dem Boot von Agios Kirikos zu erreichen ist der Nordost-Zipfel der Insel, Fanari, eine landschaftlich sehr schöne Gegend, auch von archäologischem Interesse. So ist auf einer Anhöhe ein recht gut erhaltener Rundbau aus hellenistischer Zeit (3. Jh. v. Chr.) zu besichtigen, der sogenannte Turm von Drakanon. Ein unvergeßliches Erlebnis ist, mit dem Kaiki die romantischen Fischerdörfer an der Südseite der Insel anzusteuern oder auch das vorgelagerte Foumi, wo man leckeren Hummer auftreiben kann. Schiffsverbindung nach Piräus und Kavala.
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