Reich und strategisch gut gelegen hat Korfu stets die Begehrlichkeiten der Großmächte geweckt. Dennoch ist die gegenüber von Epirus und Albanien gelegene Insel immer griechisch geblieben. Dies bezeugt schon der antike Dichter Homer, der Korfu zur Zuflucht von Odysseus und zum Rückzugsort der Argonauten gemacht hat.
In verschiedenen Epochen der Geschichte Korfus wurde das einheimische Leben und die Kultur durch den Einfluss Großbritanniens, Frankreichs, Griechenlands und Italiens verändert. Deshalb bietet Korfu enorm kontrastreiche Eindrücke, die man einfach überall sehen kann - in Architektur, Kulinarik und Kunst.
Diese abwechslungsreiche Insel beeindruckte schon Kaiserin Elisabeth II von Österreich. "Sisi" ließ sich von 1888 bis 1891 einen Palast im pompejischen Stil auf Korfu erbauen: das Achilleion, das etwa sieben Kilometer von Kerkyra entfernt auf einem Hügel liegt. Benannt ist das Marmor-Gebäude nach Sisis liebstem Sagenheld Achilles.
Nach der österreichischen Regentin bereiste auch Preußens Kaiser Wilhelm II. die Insel. 1907 kaufte er das Achilleon auf Korfu und ließ es für sich umbauen. Heute ist der Palast ein Museum, das verschiedene Einrichtungsgegenstände der beiden royalen Bewohner ausstellt.
Das wohl berühmteste Kind der Insel ist Prinz Philip von Dänemark und Griechenland, späterer Prinzgemahl der britischen Königin Elisabeth II. Er wurde 1921 im Schloss Mon Repos geboren, das in etwas mehr als einer halben Stunde sogar fußläufig von Korfu Stadt erreichbar ist. Das Schloss wurde 1826 vom britischen Kommissar Frederic Adams für seine korfiotische Frau Nina Palatianou erbaut. Der Palast ist umgeben von einem außergewöhnlich schönen Park und wurde später von den britischen Gouverneuren von Korfu als Sommerresidenz genutzt.